Solingen: Puccini-Klassiker mit schönen Stimmen

Solingen (RPO). Gut, sehr gut. Das Lob von Generalmusikdirektor Peter Kuhn gilt Hong-Jae Lim. Der Tenor Hong Jae Lim, singt den Rudolfo in Puccinis Oper La Boheme. Noch trägt der Titelheld Adidas-Turnschuhe und Jeans, wenn er seine Mimi in den Armen liegt, denn noch sind Proben für die neue Eigeninszenierung, die diesmal einige Besonderheiten zu bieten hat.

Zum einen steht der Generalmusikdirektor selbst am Pult, wenn die Bergischen Symphoniker die wunderbare Puccini-Musik intonieren, zum anderen hat Regisseur Igor Folwill diesmal ganz besonders talentierte junge Solisten von der Kölner Musikhochschule mitgebracht. Das Publikum darf sich auf drei Vorstellungen freuen, mit wunderschöner Musik, begabten Solisten, dem hauseigenen Theaterchor und einem hoch motivierten Orchester.

Die Oper um die vier Künstlerfreunde Schaunard, Rudolfo, Marcello und Colline im Paris des 19. Jahrhunderts gehört zu den Klassikern der Opernbühne, die Arien zwischen Rudolfo und der totkranken Mimi rühren das Publikum in aller Welt zu Tränen.

Die Inszenierung von Igor Folwill wird in italienischer Originalsprache auf die Bühne gebracht, die Solisten meistern das schon bei den Proben professionell, auch schauspielerisch lassen sie keine Wünsche offen. Die Partie des Rudolfo singt der junge Tenor Hong-Jae Lim, seine Freunde Schaunard, Marcello und Colline werden von Rafael Bruck, Raymund Fischer und Ralf Rhiel gesungen, Musetta von der Sopranistin Karla Pavone. Mimi ist die koreanische Sopranistin Maria Ryu, dem Solinger Opernpublikum gut bekannt, denn sie begeisterte schon in anderen Folwill-Inszenierungen wie der Offenbach-Oper Hoffmanns Erzählungen oder dem Mozart-Klassiker Don Giovanni. Die zierliche Sängerin wird keine Schwierigkeiten haben, in dieser Rolle das Publikum im Sturm zu erobern.

Im Orchestergraben sind die Bergischen Symphoniker hochkonzentriert, während Peter Kuhn gleichzeitig auf sie und das Geschehen auf der Bühne achten muss. Genau muss sie sein, die Balance zwischen Musik und Gesang, niemand darf über die Strenge schlagen, auf der Bühne wie im Orchestergraben. Der ist noch mit rot-weißem Flatterband abgesperrt, damit niemand hineinstürzt.

Lob von Peter Kuhn

„Das war jetzt sehr präzise und sehr gut“, lobt Generalmusikdirektor Peter Kuhn die vier Freunde, die sich um den klapprigen Ofen gruppiert haben, der in ihrer kargen Pariser Studentenbude ein wenig Wärme verbreiten soll. Auch zusammen harmonieren die vier jungen Sänger ganz ausgezeichnet.

Danach gönnte Peter Kuhn allen Musikern und Sängern eine kleine Pause, anschließend wird das Duett zwischen Rudolfo und Mimi geprobt, das, bei dem die Zuschauerherzen dahinschmelzen werden. Bestimmt.

(Quelle: https://www.rp-online.de/bergisches-land/solingen/nachrichten/puccini-klassiker-mit-schoenen-stimmen-1.1212015)